Einen Bewerbungsfilm selber machen
Machen wir uns nichts vor. Gerade wer schon längere Zeit keinen Job hat, wird sich möglicher Weise aus finanziellen Gründen schwer damit tun, eine professionelle Filmproduktion in Auftrag zu geben. Doch auch ein schmales Budget muss keinesfalls das Aus für einen erfolgreichen Bewerbungsfilm sein.
Sicher kennen Sie im Freundes- oder Bekanntenkreis eine Person, die über eine digitale Filmkamera verfügt. Fragen Sie doch einfach mal nach, ob die- oder derjenige Zeit hätte, Ihnen für eine gute Stunde bei Ihrer Jobsuche unter die Arme zu greifen. Sie werden bestimmt schnell Hilfe bekommen.
Mit einer Kamera, einer Kamerafrau oder einem Kameramann haben Sie jetzt schon die halbe Miete im Kasten. Ihr Bewerbungsfilm ist praktisch schon so gut wie fertig. Kleiner Scherz! Natürlich geht jetzt die Arbeit erst so richtig los.
Sie müssen nun entscheiden, welche Inhalte Sie in Ihrem Bewerbungsfilm in welcher Form transportieren möchten. Wir haben Ihnen in unserem Bewerbungsfilm Einmaleins eine Liste zusammengestellt, die Ihnen diesbezüglich als "Roter Faden" dienen kann. Lesen Sie diese Liste aufmerksam und vermeiden somit peinliche Anfangsfehler.
Schreiben Sie ein Drehbuch zu Ihrem Bewerbungsfilm. Es muss kein 500 Seiten Schinken werden, aber gerade wenn Sie die Zeit einer Freundin oder eines Freundes in Anspruch nehmen, sollten im Vorfeld klar sein, wohin der Zug fährt. Notizen und Skizzen sind ebenso erlaubt wie Zeitangaben und Angaben zum Bildausschnitt. Vielleicht verfügt Ihr gerade zusammengestelltes Filmteam ja bereits über Erfahrungen in der Produktionsplanung. Fragen Sie doch gleich um weitere 2 Stunden und erarbeiten Sie das Drehbuch gemeinsam. Das hat übrigens auch den Vorteil, dass Ihre Kamerafrau, Ihr Kameramann gegebenenfalls frühzeitig ein Veto einlegen kann, falls Ihre Ideen etwas zu experimentelle Ausmaße annehmen.
Wenn Sie wissen, was Sie wie drehen möchten, kann es auch schon beinahe losgehen. Denn bevor die Kamera traumhafte Aufnahmen von Ihrem Gesicht macht, spielen Sie Ihr Drehbuch zunächst ohne Aufnahmeknopf durch. Das Zauberwort heißt Probe. Eine Probe macht locker, ist lustig und kann unter Umständen noch den ein oder anderen Gedankenfehler im Drehbuch kenntlich machen. Sind Sie mit den Proben zufrieden, können Sie mit den eigentlichen Dreharbeiten beginnen.
Übrigens: Um den späteren Zusammenschnitt ihrer Aufnahmen nicht zu einer unendlichen Geschichte werden zu lassen, machen Sie nicht zu viele Takes. Zwei bis drei Takes pro Einstellung sollte die Regel sein. Vielleicht noch einen zu Sicherheit und wenn es sein muss, auch noch einen für Mama oder Papa. Schlussendlich ist es aber so, dass die Aufnahmen im Nachhinein sowieso verraten werden, dass diese Einstellung X Mal gemacht wurde. Sie werden bei zu vielen Versuchen müde und unkonzentriert wirken.
Zusammenschnitt? Oh ja! Sie kennen doch sicher das unglaublich intensive Gefühl der Langeweile, wenn Sie einen ungeschnitten Hochzeits- oder Geburtstagsfilm ansehen müssen. Langeweile ist bei Bewerbungsfilmen so ganz und gar nicht gefragt. Sie müssen es schaffen, dass die Person, die sich bereiterklärt hat, Ihren Filmepos anzusehen, nach jeder verstrichenen Sekunde auch noch die nächsten Sekunden sehen möchte. Schwierig, aber machbar. Das heißt übrigens nicht, dass Sie möglichst viele Schnitte machen sollen. Einen Filmbeitrag zu editieren braucht Fingerspitzengefühl. Gute Aufnahmen lassen und schlechte löschen ist ein guter Anfang.
Abhängig davon, auf welchem Medium Sie Ihren fertigen Film Ihrer Bewerbung beifügen möchten, müssen Sie sich nun um einige technische Belange kümmern. Hier kann es passieren, dass Ihr Team noch weitere Verstärkung gut gebrauchen kann. Vielleicht brauchten Sie ja bereits schon weitere Unterstützung beim Editieren? Dann haben Sie gute Aussichten, dass die Person, die Ihren Film geschnitten hat, auch weiß, wie der Clip auf eine DVD zu brennen ist und zwar so, dass jeder DVD Player in diesem Universum Ihre DVD auch abspielen kann.
Ja, und das war es dann auch schon im Groben. Sie merken also, mit einer gewissen Ernsthaftigkeit können Sie einen Bewerbungsfilm selber machen. Und ganz wichtig. Wenn Sie das Ergebnis in den Händen halten, geben Sie es einer Person zur Überprüfung, die nicht in Ihrem Filmteam war. Und, auch ganz wichtig, holen Sie sich unbedingt eine Rückmeldung von einem Menschen, der Ihnen ehrlich seine Meinung vermittelt. Sie wollen ja schließlich nicht nur für Ihren beträchtlichen Aufwand gelobt werden, sondern wissen, ob der Film für Ihre Bewerbung etwas taugt.